Montag, 27. Dezember 2010
glockengeläut zum jubiläum
Liebe alle,
auf der ganzen Welt sollen am 12. Januar um 16.53 Uhr haitianischer Zeit (22.53 Uhr MEZ) im Gedenken an das Erdbeben vor Jahresfrist für 35 Sekunden - so lange hatte die Katastrophe gedauert - die Glocken geläutet werden. Haitianische Gläubige entwickelten die Idee während einiger Traumabewältigungsprojekte in den Zeltstädten und riefen die Hilfsorganisationen auf, in ihren Heimatländern dafür zu werben. Vielleicht habt Ihr Kontakt zu Kirchengemeinden und könnt die Anregung weitergeben?
In Haiti wollen die Betroffenen übrigens mangels Kirchen mit Glocken in der Zeit auf Trommeln, Eimern und Töpfen Krach schlagen. Hat sicher etwas sehr Befreiendes...
Liebe Grüße,
heike & Stephan
Freitag, 24. Dezember 2010
jwayé nwel
Liebe FreundInnen Haitis,
Frohe Weihnachten und alles Liebe für 2011!
Unser Bild zeigt den Präsidentenpalast an Weihnachten vor dem Erdbeben. Es sollte eigentlich das Dezember-Bild des Kalenders 2011 werden, wurde aber von der Realität überholt...
Am Ende dieses Katastrophenjahrs 2010 möchten wir Euch und Ihnen allen für die erlebte Solidarität mit uns, mit der Haiti-Kinderhilfe und nicht zuletzt mit den HaitianerInnen Dank sagen. Im Rückblick müssen wir anerkennen, dass wir unglaubliches Glück hatten. All unsere aktuellen Patenkinder haben das verheerende Erdbeben überlebt, zwar Dank der Tatsache, dass sie aus miesen Hütten stammten, die sie nicht endgültig unter sich begraben konnten, aber immerhin. Auch für den Absolventen des Programms, der seit dem 12. Januar gelähmt ist, wird gesorgt. Dank Ihrer Hilfe konnten wir alle unsere Schützlinge mit nötigen Sachspenden, Geld und vor allem Lebensmitteln unterstützen - und noch viel mehr leisten, die wichtigsten Projekte hatten wir ja vor einiger Zeit in einem Überblicksflyer zusammengestellt (wer ihn verlegt hat: Blogpost vom 5. Dezember).
In den vergangenen Tagen sind aus Haiti viele Rückmeldungen gekommen, auch dort blicken die Menschen augenscheinlich auf das zur Neige gehende Jahr zurück. Familie Assonus etwa, die Patenfamilie mit Emmanuel, der vom Dachblech der Hütte skalpiert worden war, erhielt eine neue Nähmaschine und lässt sich herzlichst dafür bedanken. Oder die Verantwortlichen der Semences-pour-la-vie-Schule. Laut der allerneuesten Mail von Dr. Lelen Laplanche können einige Kinder jetzt sogar schon lesen! Und ganz aktuell war Schwester Marthe von der "Weihnachtsfeier" für die Restavek-Kinder gerührt. Als die Kinder aus den Armenvierteln von Champs de Mars zu Gast waren, wurde auch Tonel-pa-nou-Sekretär André Paul eingeladen, der uns die Fotos schickte und der sehr berührt war von der harmonischen und friedvollen Stimmung bei der Zusammenkunft.
Wir wünschen auch Ihnen für die Feiertage eine solche Stimmung sowie alles Beste für das neue Jahr. Haben Sie herzlichen Dank, dass Sie uns so großzügig, so tatkräftig und so mitfühlend (und oft in dieser Dreifachkombination) zur Seite gestanden haben. Unsere Zufriedenheit, in all dem Chaos doch vieles erreicht zu haben, verdanken wir nur Ihnen.
Liebe Grüße,
heike fritz & Stephan Krause
für die gesamte Haiti-Kinderhilfe
Frohe Weihnachten und alles Liebe für 2011!
Unser Bild zeigt den Präsidentenpalast an Weihnachten vor dem Erdbeben. Es sollte eigentlich das Dezember-Bild des Kalenders 2011 werden, wurde aber von der Realität überholt...
Am Ende dieses Katastrophenjahrs 2010 möchten wir Euch und Ihnen allen für die erlebte Solidarität mit uns, mit der Haiti-Kinderhilfe und nicht zuletzt mit den HaitianerInnen Dank sagen. Im Rückblick müssen wir anerkennen, dass wir unglaubliches Glück hatten. All unsere aktuellen Patenkinder haben das verheerende Erdbeben überlebt, zwar Dank der Tatsache, dass sie aus miesen Hütten stammten, die sie nicht endgültig unter sich begraben konnten, aber immerhin. Auch für den Absolventen des Programms, der seit dem 12. Januar gelähmt ist, wird gesorgt. Dank Ihrer Hilfe konnten wir alle unsere Schützlinge mit nötigen Sachspenden, Geld und vor allem Lebensmitteln unterstützen - und noch viel mehr leisten, die wichtigsten Projekte hatten wir ja vor einiger Zeit in einem Überblicksflyer zusammengestellt (wer ihn verlegt hat: Blogpost vom 5. Dezember).
In den vergangenen Tagen sind aus Haiti viele Rückmeldungen gekommen, auch dort blicken die Menschen augenscheinlich auf das zur Neige gehende Jahr zurück. Familie Assonus etwa, die Patenfamilie mit Emmanuel, der vom Dachblech der Hütte skalpiert worden war, erhielt eine neue Nähmaschine und lässt sich herzlichst dafür bedanken. Oder die Verantwortlichen der Semences-pour-la-vie-Schule. Laut der allerneuesten Mail von Dr. Lelen Laplanche können einige Kinder jetzt sogar schon lesen! Und ganz aktuell war Schwester Marthe von der "Weihnachtsfeier" für die Restavek-Kinder gerührt. Als die Kinder aus den Armenvierteln von Champs de Mars zu Gast waren, wurde auch Tonel-pa-nou-Sekretär André Paul eingeladen, der uns die Fotos schickte und der sehr berührt war von der harmonischen und friedvollen Stimmung bei der Zusammenkunft.
Wir wünschen auch Ihnen für die Feiertage eine solche Stimmung sowie alles Beste für das neue Jahr. Haben Sie herzlichen Dank, dass Sie uns so großzügig, so tatkräftig und so mitfühlend (und oft in dieser Dreifachkombination) zur Seite gestanden haben. Unsere Zufriedenheit, in all dem Chaos doch vieles erreicht zu haben, verdanken wir nur Ihnen.
Liebe Grüße,
heike fritz & Stephan Krause
für die gesamte Haiti-Kinderhilfe
Dienstag, 21. Dezember 2010
ausstellung und bescherung
Liebe alle,
auch in Haiti bricht trotz aller Unruhen allmählich Weihnachtsstimmung aus. Für die Restavek hat Schwester Marthe viertelweise die Bescherung abgehalten. Die Kinder wurden auch aus den entlegensten Ecken der Stadt angekarrt, um ihre Handarbeiten präsentieren zu dürfen und zugleich kleine Säckchen mit nützlichen Geschenken in Empfang zu nehmen.
Nach Schwester Marthes Bericht erhielten viele Mädchen auch Röcke, die in den vergangenen Wochen in den Zelten in Kafoufèy genäht worden waren. Allerdings seien viele der jugendlichen Restavek wegen der politischen Demonstrationen aus Angst vor Übergriffen dem gemeinsamen Handarbeiten fern geblieben, bedauerte Schwester Marthe. Gerade in diesem Viertel sei es schon im Wahlkampf und auch im Anschluss an den Urnengang täglich zu exzessiver Gewalt gekommen. Die Monitorinnen vor Ort - Frau Muskaden, Madame Jak, Junia Nadesh und Frau Meyes - hätten sich mit jeder Gruppenaktion in Gefahr begeben. Man könne sich die Zustände kaum vorstellen. Alle Straßen seien dort blockiert, wirklich überall und tagelang brannten Barrikaden.
Der eigentliche Plan, auch die nötige Unterwäsche für die 2.000 Restavek-Kinder selbst zu schneidern, sei allerdings gescheitert. Nirgendwo in Port-au-Prince sei geeigneter Stoff dafür erhältlich gewesen. Im Nachhinein habe sich das als Segen herausgestellt, denn die Arbeit wäre schon unter den erschwerten Bedingungen nach der Wahl nicht zu leisten gewesen, darüber hinaus sei auch noch die Schneiderin Marie Thorchon zwischenzeitlich schwer erkrankt und in der Dominikanischen Republik operiert worden. Die Verteilung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, habe man aber aus zwei Gründen abgelehnt. Zum einen sollte es auch für die Restavek kleine Weihnachtsgeschenke geben, zum anderen hätten die beiden Konsularärzte Dr. Lafontan und Dr. Seejournee dringend dazu geraten, den Kindern bald Unterwäsche zu besorgen. Immerhin sei es aber gelungen, die Schlüpfer zu einem Großhandelspreis zu kaufen, der sogar unter dem des kalkulierten Stoffpreises gelegen habe.
Gemeinsam mit Seifen, deren Anschaffung die deutsche Hilfsorganisation Kindernothilfe finanziert habe, seien dann nette Säckchen für die Kinder zustande gekommen. Mit der Unterwäsche und den Seifen könne hoffentlich das Infektionsrisiko bei den Restavek gesenkt werden, so dass sie sich weder erkälteten noch an Cholera erkrankten. Da allerdings die meisten Kinder noch immer nur unter Planen oder sogar Zelten aus Karton direkt auf dem Boden schliefen, müsse man über kurz oder lang über eine Verteilung von Matratzen nachdenken. "One year after the earthquacke our poorest of the poor did not see much of the aid coming into Haiti for the needed", also "Ein Jahr nach dem Erdbeben haben die Ärmsten der Armen noch nicht viel von jener Hilfe erfahren, die an die Bedürftigen in Haiti geschickt worden war", schrieb Schwester Marthe wörtlich. Und da die Not so groß ist, habe man den Kindern auch dazu geraten, die Unterwäsche gleich nach der Bescherung zu verwenden und nicht erst die echten Feiertage abzuwarten.
Bei den Weihnachtsfeiern seien zudem 13 Restavek im Teenageralter mit Klamotten ausgestattet worden. Der belgische ICM-Orden habe diese Grundausstattung für die Jugendlichen bezahlt, die von ihren Familien freigelassen wurden und sich jetzt selbst durchschlagen wollten. Alle Betroffenen hätten sich dabei als ehrenamtlich arbeitende Monitore verpflichtet, die sicher besonders guten Zugang zu den Restavek auf den Märkten hätten, weil sie ihnen noch so nahe stünden.
Was für hoffnungsfrohe Nachrichten, oder? Gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest und in diesen schwierigen Zeiten...
Liebe Grüße,
heike
auch in Haiti bricht trotz aller Unruhen allmählich Weihnachtsstimmung aus. Für die Restavek hat Schwester Marthe viertelweise die Bescherung abgehalten. Die Kinder wurden auch aus den entlegensten Ecken der Stadt angekarrt, um ihre Handarbeiten präsentieren zu dürfen und zugleich kleine Säckchen mit nützlichen Geschenken in Empfang zu nehmen.
Nach Schwester Marthes Bericht erhielten viele Mädchen auch Röcke, die in den vergangenen Wochen in den Zelten in Kafoufèy genäht worden waren. Allerdings seien viele der jugendlichen Restavek wegen der politischen Demonstrationen aus Angst vor Übergriffen dem gemeinsamen Handarbeiten fern geblieben, bedauerte Schwester Marthe. Gerade in diesem Viertel sei es schon im Wahlkampf und auch im Anschluss an den Urnengang täglich zu exzessiver Gewalt gekommen. Die Monitorinnen vor Ort - Frau Muskaden, Madame Jak, Junia Nadesh und Frau Meyes - hätten sich mit jeder Gruppenaktion in Gefahr begeben. Man könne sich die Zustände kaum vorstellen. Alle Straßen seien dort blockiert, wirklich überall und tagelang brannten Barrikaden.
Der eigentliche Plan, auch die nötige Unterwäsche für die 2.000 Restavek-Kinder selbst zu schneidern, sei allerdings gescheitert. Nirgendwo in Port-au-Prince sei geeigneter Stoff dafür erhältlich gewesen. Im Nachhinein habe sich das als Segen herausgestellt, denn die Arbeit wäre schon unter den erschwerten Bedingungen nach der Wahl nicht zu leisten gewesen, darüber hinaus sei auch noch die Schneiderin Marie Thorchon zwischenzeitlich schwer erkrankt und in der Dominikanischen Republik operiert worden. Die Verteilung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, habe man aber aus zwei Gründen abgelehnt. Zum einen sollte es auch für die Restavek kleine Weihnachtsgeschenke geben, zum anderen hätten die beiden Konsularärzte Dr. Lafontan und Dr. Seejournee dringend dazu geraten, den Kindern bald Unterwäsche zu besorgen. Immerhin sei es aber gelungen, die Schlüpfer zu einem Großhandelspreis zu kaufen, der sogar unter dem des kalkulierten Stoffpreises gelegen habe.
Gemeinsam mit Seifen, deren Anschaffung die deutsche Hilfsorganisation Kindernothilfe finanziert habe, seien dann nette Säckchen für die Kinder zustande gekommen. Mit der Unterwäsche und den Seifen könne hoffentlich das Infektionsrisiko bei den Restavek gesenkt werden, so dass sie sich weder erkälteten noch an Cholera erkrankten. Da allerdings die meisten Kinder noch immer nur unter Planen oder sogar Zelten aus Karton direkt auf dem Boden schliefen, müsse man über kurz oder lang über eine Verteilung von Matratzen nachdenken. "One year after the earthquacke our poorest of the poor did not see much of the aid coming into Haiti for the needed", also "Ein Jahr nach dem Erdbeben haben die Ärmsten der Armen noch nicht viel von jener Hilfe erfahren, die an die Bedürftigen in Haiti geschickt worden war", schrieb Schwester Marthe wörtlich. Und da die Not so groß ist, habe man den Kindern auch dazu geraten, die Unterwäsche gleich nach der Bescherung zu verwenden und nicht erst die echten Feiertage abzuwarten.
Bei den Weihnachtsfeiern seien zudem 13 Restavek im Teenageralter mit Klamotten ausgestattet worden. Der belgische ICM-Orden habe diese Grundausstattung für die Jugendlichen bezahlt, die von ihren Familien freigelassen wurden und sich jetzt selbst durchschlagen wollten. Alle Betroffenen hätten sich dabei als ehrenamtlich arbeitende Monitore verpflichtet, die sicher besonders guten Zugang zu den Restavek auf den Märkten hätten, weil sie ihnen noch so nahe stünden.
Was für hoffnungsfrohe Nachrichten, oder? Gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest und in diesen schwierigen Zeiten...
Liebe Grüße,
heike
Montag, 20. Dezember 2010
spendenaktion in freilassing
Die katholische Kirchengemeinde St. Korbinian in Freilassing hat in Zusammenarbeit mit dem Lateinamerika-Sender Latizón-TV einen Spendenaufruf zugunsten der Haiti-Kinderhilfe gestartet. Sowohl im Weihnachtsrundbrief der Gemeinde als auch auf der Latizón-Homepage - http://www.latizon.tv/ - sind ausführliche Berichte über uns enthalten.
Herzlichen Dank, Mesi anpil und Jwayé Nwel! Euer Mitgefühl berührt uns hier in Deutschland sehr - und in Haiti wird es noch deutlicher zu spüren sein...
Sonntag, 19. Dezember 2010
videobotschaft an "meet for haiti"
Videobotschaft Haiti-Kinderhilfe from Stephan Krause on Vimeo.
Hallo an alle,
für die Meet for Haiti-Aktion, bei der heuer zahlreiche Prominente Spenden zugunsten der Haiti-Kinderhilfe gesammelt haben, ist ein Abschlussvideo entstanden. Inhaltlich gibt es den kürzlich schon verschickten Flyer zu unseren Aktivitäten 2010 in Wort und Bild wieder.
Nochmal und wie immer: Tausend Dank für Eure tatkräftige Unterstützung!
Liebe Grüße,
heike
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