Sonntag, 7. August 2011

musikgenuss und gute taten

Überlingen (fw) Aus der Ankündigung, das Bläserquintett-Konzert des Bodensee-Ärzteorchesters im lauschigen Garten des Museums zu hören, wurde des scheußlichen Regenwetters wegen nichts. Doch zum nutzbaren Ambiente des Renaissance-Hauses über der Stadtmitte gehört bei solchen Wetterkapriolen auch der üppig stuckierte Saal. Hier konnten dann die Ärzte Hanspeter Graner (Querflöte), Ralf Merschformann (Oboe), Ulrike Merschformann (Fagott), Gottfried Wegenast (Horn) und Siegmar Mende (Klarinette) ihr musikalisches Können mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Carl Amand Mangold (1813-1889), Joseph Haydn (1732-1809), Antonín Dvorák (1841-1904) und Joseph Lanner (1801-1843) entfalten.


Zahlreich war ein interessiertes Publikum gekommen. Die Musikinterpreten mit ihren Instrumenten sind ob ihrer Qualität hinlänglich bekannt, zudem konnte dem freien Eintritt mit der Spende für den Verein Haiti-Kinderhilfe noch die gute Tat folgen. Die Not ist groß in Haiti auf der Karibikinsel Hispaniola, nicht erst seit dem schweren Erdbeben am 12. Januar 2010. Bereits 1993, so stellte eingangs Ruth Reiner für den Verein Haiti-Kinderhilfe fest, gründeten Eltern haitianischer Adoptivkinder diesen Verein für Schulen, Krankenhausbau und gesundheitliche Maßnahmen, vor allem zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern. Vor Ort konnten sich Mitglieder des Vereins erst jüngst überzeugen. Im Wunsch nach „wunderbarem musikalischen Genuss“ steckte bereits der Dank Ruth Reiners für die Spenden: Es wurden über 700 Euro.

Das Ärzte-Bläserquintett musizierte das „Divertimento B-Dur (KV 270) des 19-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart in den vier Sätzen Allegro, Andantino, Menuett und Presto. Carl Amand Mangold aus Darmstadt schrieb die drei Sätze – Allegro ma non troppo, Andante und Rondo scherzando – seiner Serenade B-Dur. Musikalisch-spielerische Ummalungen, teils im tänzerischen Flair, im zweiten Satz zudem mit hellen Oboentönen – so präsentierte das Quintett das Divertimento für Bläser von Joseph Haydn. Von den bekannten Slawischen Tänzen, mit denen Dvorák den Durchbruch als Komponist im Rückgriff auf osteuropäische Volkstänze schaffte, wurden Nr. 10 im Allegretto grazioso einfühlsam und Nr. 2 (Dumka) im Allegretto scherzando mit schnellen Wechseln dargeboten, als Antreiberin die Flöte, die mit pfiffigen Tönen immer wieder Dampf machte.

Zuletzt führten die Musiker ihre Zuhörer in Franz Schuberts Wiener Lieblingskneipe, das Café Rebhahn, zu den landes- und musikstiltypischen „Steyrischen Tänzen“ (op. 165) von Joseph Lanner, dem Vater des Wiener Walzers.

Kostenfreier Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Südkurier GmbH, Redaktion Überlingen
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