Samstag, 12. Januar 2013

Erdbeben in Haiti 2010


Am 12. Januar vor drei Jahren ereignete sich eine der größten Naturkatastrophen in Mittelamerika. Ein Erdbeben, das denn Großraum Port-au-Prince erschütterte. Das Hauptbeben um 16.53 Uhr Ortszeit und die etwa 50 Nachbeben hielten die Menschen in Haiti über zehn Tage in ständiger Angst.
Mehr als 250.000 Menschen starben, ebenso viele Menschen wurden verletzt, ca. zwei Millionen Menschen wurden obdachlos, etwa 300.000 Gebäude komplett zerstört. Das Erdbeben gilt als eine der größten Katastrophen und löste eine Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft weltweit aus.
Im Oktober 2010 brach zu allem Unglück die Cholera aus. Inzwischen spricht man von über 500.000 Erkrankten, von denen mehrere Tausend an der Seuche verstorben sind. Haitis Politiker werfen den Hilfsorganisationen vor, die Krankheit durch mangelnde Hygienemaßnahmen verbreitet zu haben.

Schon vor dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 war Haiti eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut. Bildung ist nur für einen kleinen Teil der Haitianer erschwinglich und die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Naturkatastrophen wie das Beben, die Hurrikane Isaac und Sandy oder der Ausbruch der Cholera im Oktober 2010 werfen das Land in seiner Entwicklung immer wieder zurück. Der 2011 gewählte Präsident Martelly ist zwar bemüht, das Ansehen und die Wirtschaft zu stärken und damit auch den Haitianern Zuversicht zu vermitteln. Vielen von ihnen geht es jedoch  viel zu langsam. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen und Ausschreitungen.
Die Bekämpfung der Cholera ist weiterhin ein großes Thema in Haiti. Durch die Hurrikane Isaac und Sandy, die im letzten Jahr über Haiti hinwegzogen und die damit verbundenen Überschwemmungen, hat sich die Anzahl der Choleraerkrankungen in den letzten Monaten wieder erhöht. Obwohl Haiti in den letzten zwei Jahren von der UN über 90 Mill. Euro zur Unterstützung für die Vorbeugung und Bekämpfung der Cholera erhalten hat, ist das weitere Engagement von Hilfsorganisationen zur Behandlung der Kranken notwendig.
Heute, drei Jahre nach dem Beben, leben immer noch mehr als 300.000 Menschen in fast 500 provisorischen Lagern im Großraum Port-au-Prince. Nachdem Wirbelsturm Sandy im vergangenen November mehr als 40 Prozent der Getreideernte zerstörte, droht in diesem Jahr für zwei Millionen Menschen in Haiti Hunger. Keine guten Aussichten auf das Jahr 2013.
Wenigstens sind inzwischen, nach fast drei Jahren, die Trümmer des Nationalpalastes beseitigt und zu Schotter verarbeitet. Das Material wird- welche Symbolkraft, zum Bau von neuen Häusern verwendet. Hauptsächlich in Cité Soleil, dem größten Slum von Port-au-Prince.
Cornelia Rébert-Graumann
Einige Fotos vom Cimetiere Fosse, wo mehr als 200.000 Tote in einem ehemaligen Steinbruch begraben wurden:
Erinnern wir uns an diejenigen, die vor uns aus dem Leben gingen.








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