Montag, 1. November 2010

1. münchner entwicklungsbörse


Die Stadt München hat die erste entwicklungspolitische Börse als vollen Erfolg gewertet. 75 Organisationen aus München und Umgebung waren der Einladung der Landeshauptstadt und dem Nord Süd Forum München gefolgt, um auf der Börse ihr Engagement für eine gerechte Welt darzustellen. Und mehr als 1.200 MünchnerInnen kamen ins Alte Rathaus, um sich über Entwicklungspartnerschaften und Fairen Handel, Auslandspraktika und Menschenrechtsarbeit, Klimaschutz und Maßnahmen zum Erhalt der Regenwälder zu informieren.


Unter anderem in Filmen wurde das vielfältige entwicklungspolitische Engagement der Organisationen dargestellt. So zeigte der Verein Xchange perspectives afrikanische Musikvideos, die er mit jungen Künstlern im Sudan gedreht hatte. Die Münchner Rück Stiftung stellte das von ihr in Mosambik eingerichtete Flutwarnsystem vor. Handicap international warb für ein Streubombenverbot, und das Fair Flower Label FIAN zeigte die Arbeitsbedingungen der Blumenarbeiterinnen in Afrika und Lateinamerika. Die Ausstellung „Global denken – lokal handeln“ gab Anregungen für individuelle Handlungsmöglichkeiten, und „München – Partner weltweit“ informierte über die entsprechenden Aktivitäten der Landeshauptstadt.
Die Haiti-Kinderhilfe hatte sich mit einem Stand zur Kinderbetreuung am Rahmenprogramm beteiligt. Dort konnten – herzlichen Dank an Doris Zollner und Sophie Krause, die dabei einen Überblick behielten – Kinder Geckos bunt bemalen. Der Kreativität waren kaum Grenzen gesetzt, und sogar einige „Kinder“ in der zweiten Hälfte ihres Lebens genossen die Auszeit vom regen Treiben auf der Börse.


Im Saal, in dem sich die Organisationen präsentierten, war dann eine Vielfalt an Themen, Informationsformen, Engagierten aller Generationen und vieler Nationalitäten geboten: Schülerinitiativen wie Plant for the Planet, Kirchliche Einrichtungen wie Misereor oder die Mission Eine Welt, Migrantenorganisationen wie Buspad oder empor-Aufbauhilfe für Afghanistan, Solidaritätsgruppen wie HaMuPa oder Campo Limpo, Stiftungen wie Menschen für Menschen, Fachorganisationen wie Ärzte der Welt und viele weitere Vereine und städtische Initiativen, die sich für eine bestimmte Region oder ein besonderes entwicklungsrelevantes Thema stark machen. Aufgrund dieser Vielfalt war schon der Austausch der AusstellerInnen untereinander äußerst spannend und lebendig. Aber auch die BesucherInnen zeigten ein enormes Interesse an der Utopie einer gerechteren Welt.


Nach dem öffentlichem Teil waren die AusstellerInnen zu einem Empfang geladen. Stadträtin Dr. Inci Sieber/Grüne begründete bei der Begrüßung das Engagement der Landeshauptstadt für entwicklungspolitische Fragen. Sie erläuterte, dass die Verantwortung Münchens für eine nachhaltige Entwicklung nicht an der Stadtgrenze ende, sondern auch die weltweite Entwicklung betreffe. Ralf Birkner, Vertreter der UN-Millenniumskampagne in Deutschland, sprach anschließend zum Abschluss von Münchens Engagement als Botschafterstadt für die UN-Millenniums-Entwicklungsziele. Am
17. Oktober 2009 hatte München als erste deutsche Stadt diesen Titel von der UN-Millenniumskampagne für ein Jahr verliehen bekommen, um europaweit für ein kommunales Engagement zur Erreichung der Ziele zu werben. Er zeigte sich davon beeindruckt, wie sehr die zivilgesellschaftlichen Akteure der bayerischen Landeshauptstadt das städtische Programm im abgelaufenen Jahr mit Leben gefüllt hatten. Der Schirmherr und Ausrichter der Veranstaltung, Bürgermeister Hep Monatzeder/Grüne, sicherte zu, die vielfältige Arbeit der MünchnerInnen zukünftig besser zu vernetzen.

Liebe Grüße,
heike fritz & Stephan Krause

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