Donnerstag, 21. November 2013

Dienstag, 19.11.2013



Gestern Morgen sind wir schon um 5.30 Uhr mit einer langen Liste los. 
Mein Einwand: Wenn wir davon die Hälfe schaffen würden, hätten wir echt Erfolg! Roswitha meinte, dass wir dann unbedingt noch mehr aufschreiben sollten, damit wenigstens die uns vorgenommenen Dinge erledigt wären… Der erste Punkt, nämlich endlich ein funktionierendes Internet zu finden, stellte sich leider als unmöglich heraus. Am Abend vorher hatten wir im Quartier Latin (Restaurant von Freunden in PaP) angerufen, ob wir uns in den Garten der holländischen Botschaft oder ins Restaurant setzen dürften, um unsere Mails zu bearbeiten und den Blog zu füttern. Von beiden Möglichkeiten konnten wir Gebrauch machen, hatten allerdings ein dermaßen schlechtes Internet, dass die Mails nur bruchstückweise bei uns ankamen. Im Blog zu schreiben war sogar unmöglich, weil dauernd die Verbindung zusammenbrach. Entnervt gaben wir schließlich auf.
Die zweite Etappe, die beiden Zeugen einzuladen, die nötig für die Vertragsunterzeichnung sind, brachten wir gut hinter uns und machten uns denn auf den Weg zum Bois Verna, einem entfernteren Stadtteil Richtung Down Town. Der Stau war schon immens, es war knapp nach 8 Uhr und wir erreichten, dank der beiden jungen Haitianer, die die neue Streckenführung mit geänderten Einbahnrichtungen bereits kannten, gut hinter uns. Nach mehr als einer Stunde Stehen und Fahren kamen wir endlich kurz nach neun Uhr beim Notar an. Viele Angestellte waren zu Gange, wir wurden empfangen und erst einmal platziert. Nach etwa einer Stunde kam ein weiterer Mitarbeiter und brachte uns zur Durchsicht das nun offizielle Papier unserer Stiftung. Bei der Durchsicht stellten wir einige Fehler fest, die Änderungen bedurften nochmal einer weiteren Viertelstunde und endlich konnten die Schriftstücke zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Das Ganze dauerte dann mit Foto etwa 1,5 Stunden, ohne einmal einen Blick auf den Notar geworfen zu haben….
Nächster Schritt: Schnell zur Anwältin, um die weiteren Schritte zur Gründung zu erfahren. Die empfing uns und erklärte das weitere Vorgehen. Bis wir zeichnungsberechtigt sind und z.B. ein Bankkonto eröffnen können, dauert es noch etwa 6-8 Wochen, auf dem Weg durchs Bürgermeisteramt, Innenministerium, Außenministerium, Nationalpalast, usw.
Für die Eröffnung eines Bankkontos konnten wir alle Unterlagen schon ausfüllen und jeder von uns etwa 25 Unterschriften leisten, wobei die erste mit der letzten kaum noch Ähnlichkeit hatte. Jetzt müssen nach der Legalisierung der Fondation nur noch die beglaubigten Unterlagen nachgereicht werden, dann ist das Konto eröffnet.  Die bestellten Schecks waren fertig. Ein Internetstick für unsere Reise zum Plateau war schnell gekauft ebenfalls die kleinen Pflanzsäcke, in denen schon mal Pflanzen für die Hecke bei unserem neuen Projekt vorgezogen werden sollen. Unser Parkproblem für den Besuch bei der Sogebank lösten wir, indem wir auf dem Parkplatz der Capital-Bank parkten und mit den Securitychefs darüber verhandelten.  Irgendwann waren die beide Herren so genervt, dass sie uns einfach stehen ließen. Zur Feier des Tages wollten wir mit Benson und Racelle noch in die Patiserie Beliard gehen und Millefeuille essen. Die jungen Leute freuten sich schon seit unserer Ankunft auf diese Stunde. Französische Preise für französische Spezialitäten und mindestens so lecker. Der letzte große Akt sollte noch der Umtausch unseres Autos sein. Vorher schnell auf dem Weg runter in die Stadt bei Henfrasa vorbei, die Patenschaftsunterlagen abholen und dann um vier Uhr Richtung Avis.
Dort wieder wie immer Diskussionen, Erklärungen und Autoinspektion. Wir mussten den Wagen mehrmals in die Werkstatt zurückschicken, weil zu wenig oder gar keine Luft in den Reifen und Ersatzrädern war. Dann die Diskussion, weil wir für die zwei Tage, an denen wir wegen des Autos nicht aus dem Haus konnten, nicht voll bezahlen wollten. Keiner wollte uns da entgegen kommen. Wir harrten aus und um 17:10 Uhr kam die Managerin aus ihrem Büro, bereits schon fertig für den Feierabend mit Handtasche und Einkäufen, und siehe da: Auf einmal ging alles ganz schnell. Sie signalisierte Bereitschaft, auf die Bezahlung der zwei Tage zu verzichten, nur damit wir endlich das Büro verließen. Auf jeden Fall für weitere Reklamationsgespräche wichtig: Immer erst kurz vor Feierabend!
Es war bereits dunkel und der Verkehr kollabierte wie immer um diese Zeit. Irgendwie schafften wir es bis zu Lelen, die Bücher zu holen, die wir für Bellager brauchten. Dann nur noch weiter Richtung Montage-Noire und vorher noch einen Rum Sour als Medizin. Endlich: Um 20 Uhr kamen wir hier oben an- kein Wasser zum Duschen, also nur kurz waschen und dann ins Bett. Am Mittwoch wollen wir schon um 5 Uhr los in Richtung Bellager. 
Cornelia Rébert-Graumann

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