Sonntag, 18. Juli 2010

cnn dreht in henfrasa-camp



Während Ace außer Landes war, hat sein Sohn Vladimir - wir kennen ihn alle unter dem Namen Jimmy - ein CNN-Filmteam empfangen, das anlässlich des Erdbebens von vor einem halben Jahr noch einmal Dreharbeiten im Katastrophengebiet anberaumt hatte. Mittlerweile campieren auf dem Sportfeld von Henfrasa 7.000 Menschen. Das Verwaltungs- und Fitnessgebäude sind repariert, so dass sich in direkter Nachbarschaft das Leben der Obdachlosen und das der Wohlsituierten abspielt. Mittlerweile hätten sich im Lager ein Friseur, ein Schönheitssalon, ein Cybercafé und sogar ein Hotel etabliert, das Leuten eine Nacht in einem sehr guten Zelt anbiete.

So allmählich wären alle Landbesitzer, auf deren Flächen sich Zeltlager gebildet hätten, froh, wenn die Obdachlosen anderweitig unterkämen. Zum einen wollten sie ihre Grundstücke wieder zurück, zum anderen machten sie sich auch Sorgen, dass die Zeltstädte den aufziehenden Hurrikans nicht standhalten werden. Aber alle Anträge an die Regierung blieben unbeantwortet. Auf seiner Homepage meldete CNN, dass Premierminister Jean-Max Bellerive mitgeteilt habe, dass die Regierung fertige Umsiedlungspläne in der Schublade habe, ihr aber die Hände gebunden sind, bis die versprochenen Hilfsgelder endlich überwiesen werden. Aber momentan sei noch nicht einmal ein Zeitplan für das weitere Vorgehen der Staatengemeinschaft bekannt. - Und das aus dem Mund des Vorsitzenden des aus ihm und UN-Koordinator Bill Clinton bestehenden Wiederaufbaukomitees...

Noch desillusionierter klingen die Stellungnahmen der UN-Helfer, die in den Lagern versuchen, die Lebenssituationen der Insassen zu verbessern. Imogen Wall, OCHA-Sprecherin in Haiti, prognostizierte gegenüber dem CNN-Reporter, dass sich in weiteren sechs Monaten bestimmt nicht sehr viel zum Besseren wenden wird. Zu oft sei das, was die 1,5 Millionen Obdachlosen, die in den Notunterkünften von Port-au-Prince untergebracht seien, etwas völlig anderes, als das, was Planer und Helfer sich für sie vorstellten. Gegen den Willen der Leute seien aber sämtliche Evakuierungs- oder Wiederaufbaupläne nicht umzusetzen. Ganz abgesehen davon, dass es auch Zeit koste, für 1,5 Millionen Menschen langfristig Wohnmöglichkeiten zu schaffen.

Liebe Grüße,
heike fritz

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