Montag, 12. März 2012

Fahrt zum Plateau Central

Wir sind zurück vom Plateau Central und haben allerhand erlebt und gesehen.  Zuerst werde ich Euch überunsere Fahrt nach Hinche, Maissade, Californ und Billiguy berichten. Wir sind am Donnerstag morgens um fünf los gefahren um nicht den dicksten Verkehr zu haben. Die Reise nach Hinche auf der toll ausgebauten neuen Strasse beginnt wunderbar. Der Tag erwacht und wir kommen in die Berge mit tollen Ausblicken auf den Moloch Port-au-Prince. Weiter auf der Strecke Richtung Mirbalais und Hinche. Unterwegs am Lac Pelegrin kaufen wir uns zum Frühstück haitianisches Brot und  eine ganze Staude der kleinen Bananen Figues Madleines, die unvergleichlich fruchtig schmecken.  Immer wieder herrliche Strassenszenen mit Frauen, die zum Markt reiten, Kinder die in ihren Uniformen zur Schule gehen, schöne Ausblicke auf die Bergzüge ringsum. Die Lnadschaft, die einmal ein Tropenwald war und nun ohne Baum und Strauch, entblößter Fels, bedeckt nur noch mit Büscheln eines groben Grases. Trotzdem wunderschön. Dazwischen immer wieder grüne Bereiche, wo man einen Fluß ahnt oder auch sieht.  Wasser gibt es im Überfluss in Haiti, nur nicht an den Stellen, wo es gebraucht wird. Keine Bewässerungssysteme sind zu sehen, selbst in der Nähe der Flüsse sind die Bananenplantagen teils am verdörren.  Wir treffen um halb neun in Hinche unserem Führer, der uns nach Californi begleitet, wo wir uns die Schule ansehen wollen. Hinter Hinche fängt dann die Strassenhölle an.
Die Strassen/Departmentstrassen sind in einem erbärmlichen Zustand und eigentlich nur mit Motorrad oder Esel zu bewältigen. Unser Auto, das schon ein wenig klapperte bei Abholung, gab auch nach der ersten Fahrt dann vollends seine Stoßdämpfung auf und wir mussten auf ein neues Fahrzeug warten. Die Fahrt ab Hinche nach Californi über eine Distanz von 14 Km dauerte 1,5 Std. auf einer Sandpiste, durch zwei Flüsse.  Die Fahrt durch eine Wüstenlandschaft, überall verbrannte Erde. Eselpfade, schwierig zu fahren. Das Schul-Gebäude  in Californi ist mit einer Abmessung von etwa  15 mal 8 m groß, Holzhütte, dunkel, In diesem Gebäude werden im Normalfall 160 Kinder von 5 Lehrern unterrichtet. Unser erträumter  Standard für Klassenräume von etwa 1,5 qm pro Schüler ist hier absolute Utopie.  Die Kinder erhalten eine Schulspeisung durch den BND, die vor Ort von drei oder vier Frauen gekocht wird. An unserem Besuchstag gibt es Reis und Bohnensoße. Alles kochte schon  eine Stunde auf dem mit Holz befeuerten traditionellen Drei-Steine-Herd.  Unser Tipp, den Reis und die Bohnen am Abend vorher schon einzuweichen, um Holz zu sparen, wird gerne angenommen.
Die Kinder haben oft 2-3 Std Wegezeit zur Schule. Oft kommt nur ein Kind, meistens der älteste Junge einer Familie in die Schule, da sich die Menschen das Schulgeld von 100 Gourdes im Monat nicht leisten können. Die Unterrichtssprache ist Kréol, ab der ersten Klasse wird Französisch unterrichtet. In der Vorschulklasse gibt es noch keinen Französischunterricht.
Hier eine Schule zu erstellen ist eine logistische Herausforderung.

Conny Rebert-Graumann und Roswitha Weiss






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