Montag, 7. September 2015

Bericht aus Haiti- Samstag Teil 2

Fortsetzung von Roswithas Reisebericht:
Es waren die Direktoren unserer zwei Nachbarschulen da, da wir eine kleine Hilfe versprochen haben. Beide bedanken sich sehr für die Hilfe und baten mich für 1000 US $ je Schule Bücher zu kaufen. Den Rest wollen sie für Gehälter verwenden. Sie könnten zwar mit einem Motorrad-Taxi nach Hinche fahren und dort nach den Büchern suchen, aber es wäre eine riesige Erleichterung für sie, wenn ich die Bücher in PaP in der Druckerei kaufen könnte. Verspreche es zu erledigen.
Treffen uns mit Direktor Eli von Billiguy. Er bringt die Zeugniskopien, alle möglichen Infos über Schüler, Patenkinder und Schule. Die Inventurliste der Bücher ist immer noch nicht komplett, sprich Bücher sind verschwunden. Unser Deal war ja, dass wir gegen die extra Gehälter der Sommermonate die fehlenden Bücher je Lehrer kalkulieren, wenigstens einen Teilbetrag. Es ist noch nicht das Gehalt für Juli, August und September bezahlt. Ich gebe Eli Geld, damit er in Hinche ein Konto eröffnen kann. So können wir Schecks da lassen und bezahlen lieber noch 2 x die Fahrtkosten, als dass ich immer mit großen Barbeträgen unterwegs bin. Er wird es machen, allerdings wird es einige Zeit dauern, bis er dann sein Carnet hat. Ich verspreche
nochmals die Gehälter in bar von Port au Prince mitzubringen. Die erbetene Lehrerfortbildung wird nicht mehr klappen, da die Regierung den Schulanfang spontan auf den 7.9. vorverlegt hat. Unterhalten uns auch lange über die Kosten für das Seminar. Vielleicht wird es nächsten Jahr, oder in den Ferien möglich sein.
Planen ein Treffen mit allen Lehrern bei uns in Banguage, da ich nicht einen Tag verlieren will um nach Billiguy zu fahren.
Wir treffen uns mit dem Agronom von BND, da uns versprochen wurde beim Bau des Hühnerstalls zu helfen. Er wird am Dienstag kommen und den Standort festlegen. Er erklärt auch, was man gegen die hier typische Hühner-Krankheit machen kann. Wir werden nur haitianische Landhühner haben, da diese resistenter sind, auch wenn sie weniger Eier geben. Haben ca. 40 Hühner, davon 10 Küken, es wurden schon mindestens 15 Hühner verspeist. Aber leider klappt das nicht mit den Eiern, die überall auf dem
Gelände verteilt sind. Wir wollen aber die Eier für die Kinder, daher müssen die Hühner trainiert werden im Stall zu legen. Hoffentlich klappt es.
Wir dürfen aus dem Garten des Agrnomen noch Ableger von dort blühenden Sträuchern mitnehmen.
Treffen uns dann mit Marillia vom Frauenprojekt FEM, diskutieren nochmals ein eventuelles Frühstück für
die Kinder. Kosten pro Kind unter 20 Cent, aber im Monat doch über 200 Euro. Wir könnten mit 2 Boxen arbeiten. Die Wochenration immer Montagsmorgen mit einem Mopedtaxi abholen, leere Box abgeben, volle Box holen. Den Speiseplan können wir nach Wunsch zusammenstellen, sie bietet auch Brot mit Erdnussbutter an. Wir könnten dann monatlich bezahlen. Muss überlegt sein.
Sisalschnüre als Zaun-Provisorium

Den kaputten Zaun wollen wir mit Sisalschnüren und Holzstöcken provisorisch flicken, damit die Kinder eine Grenze sehen. Pauline, eine Lehrerin, weiß wo wir das Material kaufen können. Landen auf dem wöchentlichen Viehmarkt, wo Schweine, Kühe, Esel, Ziegen, Hühner usw. verkauft werden. Gleichzeitig auch ein Treffpunkt aller Bauern aus der Region. Finden dort tatsächlich auch die Schnüre. Und wir organisieren den Verkäufer unserer kleinen Bäume. Von den Avocados sind 1/4 der Bäume abgestorben, manche Setzlinge wachsen schlecht an. Er soll sich alles mit Guerino ansehen und wir wollen nachbestellen. Auch kann er Hibiskus für den Zaun des Kindergartens besorgen. Lange Gespräche, nehmen seinen Vorschlag an Dünger usw. in Hinche zu kaufen. Er wird dies alles erledigen, dann auch alle Setzlinge nochmals düngen. Wir bestellen nochmals sechs Avocadosetzlinge und machen einen Vertrag, wenn sie nach einem Jahr noch gut sind, dass wir ihm eine Prämie bezahlen. Er ist froh einen kleinen Auftrag zu haben, wird ca. 20 Euro verdienen.

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