Dienstag, 22. September 2015

Bericht aus Haiti Teil 7

9. September
Lehrer aus Billiguy
Rohbau derToiletten Kindergarten
Die Lehrer von Billiguy kommen. Wir haben lange Disskussionen wegen der fehlenden Bücher. Ansage war ja, dass das in Haiti unübliche Gehalt für fehlende Bücher verwendet werden. Jetzt sei August gewesen und wie ist nun die Inventurliste???
Waren überrascht, dass ich meine Ansage ernst meinte. Überzeugte sie, dass wenn wir was sagen es immer eingehalten wird - im Guten, wie im Schlechten.
Wollen einen Aufschub bis Weihnachten - denke ist ok mit uns. Diskutierten ganz lange, warum so viele Kinder in den verschiedenen Klassen sitzen geblieben sind. Speziell in der 2, in der Klasse wo der Sohn des Schulleiters Lehrer ist.
Argument war, dass die Eltern sich nicht um die Kinder kümmern würden, die würden nie die Hausaufgaben machen und auch nicht Lernen. Müssten sich um die Tiere kümmern und auf dem Feld helfen. Wir sprachen ganz lange, ob sie wirklich glauben, dass die Eltern den Kindern helfen könnten? Die Kinder keinen Stuhl, keinen Tisch nichts in ihren Hütten haben. Die einzigen die helfen können sind sie als Lehrer und sie sollten doch mit den Kindern bereits die Hausaufgaben in der Schule machen und dann auch die Rücksäcke in der Schule lassen und sie als Lehrer würden auch dann viel besser sehen, welche Kinder den Stoff verstehen und vielleicht liegt es auch an ihnen als Lehrer. Es ging lange hin und her. Nahomie meinte die Kinder hätten ja nichts zum Essen, was ja alles stimmt. Aber wenn sie noch 1 Stunde und mehr nach Hause gehen, haben sie auch Hunger und bekommen meist auch zu Hause nichts. Also, sie müssten sich da viel mehr einbringen.
Die sagten wirklich, dass sie das noch nie so gesehen hätten und es überdenken, dass unsere Diskussion für sie wie ein Seminar gewesen sei!!!!!! Armes Haiti.
Die Agronome von BND kommen und legen mit Guerino einen guten Platz für ein vernünftiges Hühnerhaus fest. Im jetzigen Hühnerstall hat Farino seine Truhthähne 'nur mal kurz eingestellt'. Denn die Hühner seien ja überall auf dem Gelände, was ja stimmt. Aber man bekommt nie die Eier zu sehen. Das Gras ist auch so hoch, dass wir einige Ziegen kaufen sollten.
Ein Dauerthema sind unsere Komposttoiletten. Habe sie letzte Woche mit Kartons gebastelt, selbst die Abfalltonne dazu geholt. Jetzt ist die Grundmauer fertig, aber wieder wollen sie eine komplette Betonplatte gießen, was einfach nicht nötig ist.  Wir machen nochmals ein Modell mit altem Holz, wie es sein sollte. Auf einmal ein Strahlen und es scheint verstanden zu sein.
Guerino und ich werden am Mittwochabend wieder nach Port au Prince fahren, da wir endlich die Fenster bestellen müssen, ebenso schon wieder eine lange Liste ist. Starten wieder 1 Stunde zu spät, kommen aber gut in Port au Prince an.
Tschau und liebe Grüsse
Roswitha

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