Dienstag, 22. Juni 2010

fertighaus-pläne auf eis gelegt

Liebe FreundInnen Haitis,

nachdem die Firma Sabisch schon die Pläne auf die schmale und lange Grundstücksform umgearbeitet, genaue Anweisungen für den Guss des Fundaments formuliert und die allerletzten Details für die hurrikansichersten Fenstervarianten eruiert hat, ist das Fertighausprojekt nun an den Grundstücksgeschichten gescheitert, die wir eigentlich seit März als gelöst betrachtet haben. Bei der näheren Vertragsgestaltung zur Überlassung des Grundstücks hat sich leider Dr. Eduard Bontemps nicht mit seinen Erben auf eine für sie akzeptable Form einigen können. Ihn und uns hat diese Entwicklung vollkommen unvorbereitet getroffen. Seine Familie hatte nie zuvor Pläne für die beiden brachliegenden Grundstücke entwickelt, aber jetzt nach dem Erdbeben und der ungewissen Zukunft für die Stadtentwicklung im Großraum Port-au-Prince offenbar Vorbehalte, längerfristig auf sie zu verzichten. So enttäuscht Dr. Bontemps und wir sind, so müssen wir doch anerkennen, dass auch die Familie Bontemps im Ungewissen schwebt. Der Mediziner hat seit dem Erdbeben keine Patienten mehr und lebt noch immer von der Substanz. Das kann natürlich nicht mehr lange so weitergehen. - Um ihm wieder eine Starthilfe zu geben, haben wir ihn ja auch mit der medizinischen Behandlung der Restavek betraut, allerdings wissen wir noch nicht, ob das Programm schon richtig angelaufen ist. Reichtümer kann Dr. Bontemps dadurch ohnehin nicht anhäufen, wir bezahlen pro Behandlung den Minimumsatz von 30 haitianischen Dollar (umgerechnet ungefähr drei Euro).


Da sämtliche Wiederaufbaupläne - selbst die der Regierung - momentan nicht umgesetzt werden, ist es noch immer illusorisch, schnell woanders eine bebaubare Fläche aufzutreiben. Nachdem die Firma Sabisch aber zu ihrer Spende steht, egal wie lange wir mit der Umsetzung brauchen, sucht Schwester Marthe derzeit in Ruhe nach einem geeigneten Standort für ein neues Lakou-Schulungszentrum für die Kindersklaven. Außerdem dürften wir von der Firma Sabisch aus das Haus auch als "normale" Schule oder Kantinen- und Küchengebäude einplanen, wenn es in einem anderen Projekt gebraucht wird.

Soweit also immerhin eine gute innerhalb der eigentlich schlechten Nachricht.

Liebe Grüße,
heike & Stephan

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